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02.07.2010 
Senioren – eine Gefahr im Strassenverkehr? 
bfu-Statistiken widerlegen klar das Vorurteil

Gelegentlich wird in der öffentlichen Diskussion die Mutmassung angestellt, Senioren stellten als Lenker von Motorfahrzeugen im Strassenverkehr eine besondere Gefahr dar. Die Auswertungen der Unfallzahlen durch die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung zeigen aber, dass ältere Lenker nur relativ selten negativ in Erscheinung treten.

 

Im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre wurden 43 Menschen bei Unfällen getötet, in denen ein über 70-Jähriger am Steuer eines Personenwagens sass. Etwa die Hälfte dieser Getöteten waren die Seniorenlenker selbst. Die Anzahl von Schwerverletzen beläuft sich auf 360. Im Vergleich: Bei Unfällen, in denen Lenker im Alter zwischen 18 und 24 Jahren involviert waren, wurden 74 Personen getötet und 931 schwer verletzt. Die Zahlen zeigen: Es kann keine Rede davon sein, dass Senioren als motorisierte Fahrzeuglenker für die anderen Verkehrsteilnehmer eine übermässige Gefahr bilden würden. Das gilt auch dann, wenn man nur die Unfälle betrachtet, bei denen der Lenker die Schuld trägt.

 

Wird das Unfallgeschehen nach Fahrleistungen ausgewertet, zeigt sich zwar, dass die Unfallhäufigkeit pro gefahrene Strecke bei den jungen und den älteren Lenkern am grössten ist. Allerdings ist sie bei den Älteren immer noch geringer als bei den Jüngeren. Ausserdem müssen diese Zahlen zusätzlich relativiert werden: Senioren haben meist geringere Fahrleistungen als jüngere Lenker. Bei allen Altersgruppen gilt: Je geringer die Fahrleistung, desto höher ist das Unfallrisiko pro gefahrenen Kilometer. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass Lenker mit geringer Fahrleistung weniger oft auf Autobahnen unterwegs sind, die ja die sichersten Strassen sind.

 

Generell lässt sich sagen, dass Senioren als motorisierte Verkehrsteilnehmer weder bei den Unfallzahlen noch im Verhalten negativ auffallen. Ältere Lenker fahren seltener zu schnell oder unter Alkoholeinfluss als die jüngeren und schnallen sich häufiger an.

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Thema in der bfu-Pilotstudie Senioren als motorisierte Verkehrsteilnehmer (2006)

 

 

 
  
 


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