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25.09.2008 
Überhöhte Geschwindigkeit ist häufigste Unfallursache 
ETSC-Lecture / bfu-Forum zum Thema "Speed" in Bern

Schnelles oder zu schnelles Fahren führt in Europa zu einem Drittel aller Unfälle. Zu diesem zentralen Problem der Strassenverkehrssicherheit haben der Europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC und die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung heute in Bern eine gemeinsame Tagung durchgeführt. Experten analysierten Ursachen und diskutierten Massnahmen.

"Mehr als 1,2 Millionen Menschen sterben jährlich weltweit im Strassenverkehr. Das sind täglich 3300 Personen, stündlich etwa 140!" Diese erschreckenden Zahlen stellte Hauptreferent Raphael Denis Huguenin von der bfu an den Anfang seiner Ausführungen. "Jeder dritte Todesfall im Strassenverkehr ist durch zu hohe Geschwindigkeit mindestens mitverursacht. Es ist deshalb konsequent, Aktionen, Programme und Massnahmen zu fördern und zu fordern, um diesem Unfallschwerpunkt zu begegnen." Huguenin führte weiter aus, dass eine Erhöhung des Tempos um 5 Prozent zu rund 10% mehr Unfällen mit Verletzten, 16% mit Schwerverletzten und 25% mit Getöteten führt. Im Strassenverkehr sollte Tempo deshalb – im Gegensatz etwa zum Motorsport – nicht Selbstzweck, sondern geeignetes Mass zur sicheren Mobilität sein. Die angemessene Geschwindigkeit ist für Huguenin demzufolge jene, welche die gewünschte Mobilität erlaubt und das angestrebte Sicherheitsniveau garantiert.

Die Wirklichkeit ist allerdings oft eine andere. Huguenin: "Geschwindigkeitsübertretungen sind ein Massendelikt! In der Schweiz werden die Tempolimiten innerorts von durchschnittlich 20% der Lenker überschritten. Ausserorts steigt diese Zahl auf 25%, auf Autobahnen gar auf 40%." Hauptsünder sind dabei vor allem junge Männer. Die meisten dieser Autofahrer erwarten weder von der Polizei kontrolliert zu werden noch glauben sie, besonders hohe Risiken einzugehen. Vielmehr sind sie überzeugt, ihre geistigen und fahrerischen Fähigkeiten würden ihnen erlauben, die Geschwindigkeiten zu überschreiten, ohne damit das Unfallrisiko zu erhöhen. Ein fataler Irrtum, wie die Zahlen zeigen ... Oder anders formuliert: Würden sich in der Schweiz alle Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsvorschriften halten, müssten jährlich etwa 60 Menschen weniger sterben.

Klaus Machata vom österreichischen Kuratorium für Verkehrssicherheit KfV ging der Frage nach, welche technischen Massnahmen die Geschwindigkeit reduzieren könnten. Dabei plädierte er – unter anderem – für die "selbsterklärende Strasse", die ausgeschilderte Tempolimiten und Polizisten am Strassenrand teilweise überflüssig machen sollte, sowie für die "intelligente Geschwindigkeitsassistenz", die dem Lenker das jeweilige Tempo permanent im Fahrzeug darstellt. Für sinnvoll erachtet Machata auch (begründete) variable Tempolimiten auf Autobahnen und die sogenannte "section control". Dabei wird die Geschwindigkeit nicht mehr an einem Punkt gemessen, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer Strecke von mehreren Kilometern ermittelt. Steve Stradling vom britischen Transport Research Institute TRI brachte auf den Punkt, was wohl viele Tagungsteilnehmer dachten: "Es ist bedauerlich, dass in unserer Gesellschaft Fahren unter Alkoholeinfluss verpönt ist, Geschwindigkeitsübertretungen aber immer noch als Kavalierdelikt gelten!"

 

Referate

 

Referat Raphael Denis Huguenin

 

Kurzfassung Referat Klaus Machata

 

Kurzfassung Referat Stephen Stradling

 

 

 

 
  
 


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