Wie gefährlich sind Bergwanderungen und -touren in Zeiten der Klimaerwärmung? Wenn gewisse Vorkehrungen getroffen und einige Regeln eingehalten werden, dann sind wunderbare Bergerlebnisse auch weiterhin möglich. Der Schweizer Alpen-Club SAC, die Schweizer Wanderwege, der Schweizer Bergführerverband SBV und die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu sagen wie.
In erster Linie gilt es zu unterscheiden, in welchem Gelände und auf welchen Wegen man sich bewegt. Wenig problematisch und im bisherigen Rahmen möglich sind Wanderungen auf den gelb signalisierten Wanderwegen. Diese stellen keine besonderen Anforderungen an die Benützerinnen und Benützer und sind kaum durch Naturereignisse aufgrund der Klimaerwärmung betroffen.
Erhöhte Aufmerksamkeit auf Bergwanderwegen
Erhöhte Aufmerksamkeit und bessere Abschätzung von Risiken sind auf den Bergwanderwegen gefordert (weiss-rot-weiss signalisiert). Oft führen solche Wege bereits in alpine Randzonen, wo auch die Risiken wie etwa Steinschläge oder Murgänge erhöht sind. Betroffen sind aber auch Zugangswege in höher gelegene SAC-Hütten. Beachtet werden müssen hier die Bergwander-Regeln:
- Planen Sie jede Bergwanderung sorgfältig!
- Achten Sie auf eine geeignete und vollständige Ausrüstung!
- Gehen Sie nie allein auf eine Bergwanderung!
- Informieren Sie Dritte über Ihre Tour und melden Sie sich bei der Ankunft am Ziel zurück!
- Beobachten Sie ständig die Wetterentwicklung!
- Kehren Sie im Zweifelsfall um!
Grösste Sorgfalt im Hochgebirge
Am meisten von den klimatisch bedingten Veränderungen und den daraus entstehenden Gefahren betroffen sind das Hochgebirge und die weiss-blau-weiss signalisierten Alpinwanderwege. Hier können sich vermehrt Probleme bei Touren stellen, und viele bisher verhältnismässig einfache und sichere Routen weisen immer häufiger grössere technische Schwierigkeiten auf oder werden je nach Witterung gar unpassierbar. Touren ins Hochgebirge bedingen darum eine äusserst sorgfältige Vorbereitung und Durchführung.
Oberstes Gebot sind dabei das Einholen von aktuellen Informationen über die Verhältnisse vor Ort und die eigenverantwortliche Anpassung bei der Planung und beim Verhalten unterwegs, auch bei signalisierten Routen und Wegen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, für Touren im Hochgebirge einen Bergführer beizuziehen, der die Verhältnisse kennt bzw. einschätzen kann und flexibel darauf reagieren kann. Die wichtigsten Regeln und Vorsichtsmassnahmen für Bergwanderungen und –touren in Zeiten der Klimaerwärmung:
- Tour sorgfältig planen mit Hilfe von aktuellen Informationen.
- Ausrüstung an die voraussichtlichen Verhältnisse anpassen (evtl. Pickel und Steigeisen, Helm etc.).
- Veränderte Schwierigkeiten durch Ausaperung beim Zeitpunkt und der Auswahl der Tour berücksichtigen.
- Tour an die angetroffenen Verhältnisse vor Ort anpassen.
- Genügend Reserven für Unvorhergesehenes einplanen.
- Im Zweifelsfall einen ortskundigen Führer beiziehen.
Zusätzliche Tipps, Merkblätter und Checklisten für die Vorbereitung und Durchführung von Wanderungen und Bergtouren sind auf den Homepages der vier Organisationen zu finden:
www.sac-cas.ch / Downloads / Ausbildung
www.wandern.ch / Wanderwege / Signalisation
www.4000plus.ch
www.bfu.ch
Ansprechpersonen für die Medien
Schweizer Alpen-Club SAC:
Bruno Hasler, Fachleiter Ausbildung, bruno.hasler@sac-cas.ch, Tel. 031 370 18 92
Schweizer Wanderwege:
Christian Hadorn, Bereichsleiter Infrastruktur, christian.hadorn@wandern.ch,
Tel. 031 370 10 25
Schweizer Bergführerverband SBV:
Wolfgang Wörnhard, Geschäftsführer, sbv@awww.ch, Tel. 044 360 53 66
Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu:
Monique Walter, Beraterin Sport, m.walter@bfu.ch, Tel. 031 390 21 63