Senioren im Strassenverkehr sind weniger problematisch als gemeinhin angenommen, obwohl ihre körperlichen und kognitiven Fähigkeiten altersbedingt nachlassen. Eine Studie der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu analysiert das Unfallgeschehen und schlägt Massnahmen vor, wie das Autofahren für über 70-Jährige sicherer gemacht werden kann.
Wann immer es in der Schweiz einen spektakulären Unfall mit einem Seniorenlenker gibt, wird die kritische Frage gestellt, ob die geltende Praxis den Anforderungen der Verkehrssicherheit auch wirklich genügt. In der Schweiz müssen sich über 70-jährige Personen alle zwei Jahre von einem Vertrauens- oder Hausarzt ihre Fahreignung bestätigen lassen. Eine neue bfu-Studie zeigt, dass Senioren als motorisierte Verkehrsteilnehmer nur relativ selten negativ in Erscheinung treten, obwohl ihre körperlichen und kognitiven Fähigkeiten altersbedingt nachlassen. Aus Sicht der Verkehrssicherheit sind dabei insbesondere Störungen der Sehfähigkeit sowie Demenzerkrankungen (wie Alzheimer) von Bedeutung. Daneben spielen auch Diabetes und Medikamentenkonsum (z.B. Schlaf- oder Beruhigungsmittel) eine Rolle.
Wenn Seniorenlenker in Unfälle verwickelt sind, dann stellen sie – hauptsächlich aufgrund ihrer körperlichen Verletzlichkeit – ebenso eine Gefahr für sich selbst dar (durchschnittlich 23 Tote pro Jahr) wie für andere Verkehrsteilnehmer (25 Tote pro Jahr). Das sind zusammen knapp acht Prozent aller Unfallopfer. Die bfu-Studie kommt zum Schluss, eine grundlegende Verschärfung des Schweizer Systems der zweijährigen ärztlichen Kontrolle würde diese Zahlen kaum verbessern. Das gilt auch unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung: Künftig werden zwar mehr ältere Personen am Steuer sitzen, sie werden aber in einem besseren körperlichen und psychischen Zustand sein als ihre Altersgenossen in der Vergangenheit.
Dennoch schlägt die bfu Massnahmen vor, die das Autofahren der Senioren weiter verbessern und sicherer machen können:
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Eine regelmässige obligatorische Kontrolle der Sehfähigkeit ist bereits vor dem 70. Altersjahr anzustreben.
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Die Qualität der obligatorischen ärztlichen Untersuchung soll durch standardisierte Testverfahren verbessert werden. Das bfu-Modell sieht ein dreistufiges Verfahren vor: zuerst ein Testverfahren beim Vertrauens-/Hausarzt, dann bei auffälligem Resultat eine Testwiederholung beim Vertrauens-/Hausarzt und schliesslich bei wiederholt auffälligem Resultat eine zusätzliche Abklärung beim Spezialisten, möglichst kombiniert mit einer Fahrprobe.
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Verbesserung der Infrastruktur durch bauliche Massnahmen wie Kreisel, lichtsignalgeregelte Fussgängerstreifen, Tempo-30/50-Zonen und richtungsgetrennte Fahrbahnen.
Link zur Senioren-Studie: www.bfu.ch/pdf/seniorenlenker.pdf
Informationen:
bfu-Medienstelle, Tel. 031 390 21 11, www.bfu.ch